Family Business

Carole Howorth/ Nick Robinson, Family Business, Routledge: London/ New York 2021, 178 Seiten, ISBN 978-1-138-21747-8


Der Titel ist schlicht. Und zutreffend. Denn es geht um nichts anderes als um Familienunternehmen.

Vielleicht wundern sich die Leser*innen, warum ich hier ein englischsprachiges Buch rezensiere und warum es ausgerechnet ein Lehrbuch ist.
Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Weil das Buch gut ist. Und weil ich mir wünschen würde, dass es viele Leser fände, die weit über die Zielgruppe hinausgehen, die zuvorderst Studierende der Betriebswirtschaft sind.

In diesem Buch werden nämlich kurz und klar und doch differenziert und nicht simplifizierend die wichtigsten Aspekte von Familienunternehmen angesprochen:
Definition von Familienunternehmen unter Beachtung der Heterogenität
• Vielfältige Charakteristika von Familienunternehmen im Gegensatz zu Nichtfamilienunternehmen
• Verständnis und Limitation von theoretischen Modellen von, über und für Familienunternehmen
Governance-Regelungen für Unternehmen und Familie
• Chancen und Risiken für das Unternehmen durch den Familieneinfluss
• Unterscheidung zwischen Eigentumsnachfolge und Führungsnachfolge bei Familienunternehmen
Finanzierung von Familienunternehmen
• Verantwortung von Unternehmerfamilien
• Langlebigkeit von Familienunternehmen im Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Veränderung

Die jeweiligen Kapitel nennen nach einer grundlegenden Einführung das Erkenntnisziel konkret, bearbeiten und diskutieren dann den Themengegenstand und schließen mit einem oder mehreren  einschlägigen Fallbeispielen. Zum einen ist damit der Leser gut geführt, zum anderen wird ihm die Freiheit gelassen, ja er wird sogar angeregt, selbst und vor allem differenziert zu urteilen. Nur selten werden konkrete Handlungsimplikationen gegeben. Die Autoren animieren vielmehr zur Akzeptanz der Heterogenität und durch angemessenes Transferdenken zu eigenen Lösungen zu gelangen.

Ich wünsche diesem Buch viele Leser aus der Gruppe der Family Business-Studierenden und aus der noch größeren Gruppe der Mitglieder von Unternehmerfamilien.

Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert