Patchwork Konstellationen in Unternehmerfamilien

Patchwork Konstellationen in Unternehmerfamilien


Mit ihrer Arbeit über Patchwork Konstellationen in Unternehmerfamilien will Frau Vivien Herrmann eine Lücke schließen. Denn es ist längst überfällig, juristisch zu klären, was moderne Beziehungsgeflechte (nichteheliche Lebensgemeinschaften, Scheidungen, Wiederverheiratungen, in eine neue Ehe mitgebrachte Stiefkinder etc.) für Unternehmerfamilien bedeuten. Die Vorstellung von Familienunternehmen geht nämlich stillschweigend von einem Konzept von Familie aus, das sich bei uns im 19. Jahrhundert etablierte. Dieses ist aber durch die gelebte Realität in den Unternehmerfamilien im 20. und 21. Jahrhundert überholt. Denn Kernfamilien mit einem Elternpaar und deren Kindern und Großfamilien, die ausschließlich aus Blutsverwandtschaft und Ehe(!)partnern bestehen, sind heutzutage auch bei Unternehmerfamilien kaum mehr anzutreffen.

Die an der Universität Bielefeld und von Frau Prof. Dr. Anne Sanders betreute Dissertation will klären, welche Auswirkungen Patchwork in der Eigentümerfamilie auf das eigene Familienunternehmen hat.

Um das Thema angemessen zu behandeln, wählt Frau Herrmann einen interdisziplinären Ansatz, bei dem soziologische, psychologische und betriebswirtschaftliche Erkenntnisse die juristische und rechtstatsächliche Untersuchung fundieren.

Dabei geht die Doktorandin einen für Jurist*innen innovativen Weg und betreibt qualitative Forschung mit der Erhebung und Auswertung von narrativen Interviews. Dadurch wird das Verständnis für die Rechtsprobleme der Praxis umfassend geschult, sodass praxistaugliche gesellschaftsrechtliche Gestaltungsvorschläge unterbreitet werden können.

Die EQUA-Stiftung unterstützt diese Dissertation über Patchwork Konstellationen in Unternehmerfamilien und deren Auswirkung auf das Familienuntenrehmen mit einem Stipendium.

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