Arbeitgeberattraktivität von Familienunternehmen

Arbeitgeberattraktivität von Familienunternehmen und ihre Heterogenität


Ein Team aus Forschern unterschiedlicher wissenschaftlicher Institutionen und Disziplinen hat sich rund um Prof. Dr. Christina Hoon (Universität Bielefeld) gefunden, um der Frage nachzugehen: Was macht Familienunternehmen zu attraktiven Arbeitgebern?

Heutzutage wird im Netz alles auf entsprechenden online-Plattformen durch sogenannte User (also Betroffene) bewertet: Hotels, Airlines, Kaffeemaschinen, Kleidung, Handwerker, Restaurants, Rechner, Kosmetika etc. und eben auch Arbeitgeber. Die Bewerter sind Leute wie du und ich aus allen Schichten, mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen, Voraussetzungen, Bedürfnissen und Reflexionsfähigkeiten. Trotzdem oder gerade deshalb sind diese Plattformen dafür gedacht und auch geeignet, anderen Usern eine Entscheidungshilfe zu sein. Sie können dieses Ziel aber nur erfüllen, wenn die abgegebenen Bewertungen ehrliche Meinungen darstellen, was allen Usern mehr oder weniger bewusst ist.

Wenn nun Forscher solche online-Plattformen als Datenquellen nutzen, so können sie erstens in der Regel mit sehr großen Datenmengen rechnen, so dass einzelne bewusste Fehlbewertungen irrelevant werden, und zweitens mit ehrlichen Antworten, da solche Bewertungsplattformen ja nur dann Sinn machen, und drittens ist das übliche Bias auszuschließen, das bei wissenschaftlich-empirischen Befragungen immer vorhanden ist, weil nur bestimmte Probanden angesprochen werden (können), nur bestimmte Probanden daran teilnehmen und diese dann (unbewusst) sozial bzw. wissenschaftlich erwünschte Antworten geben. Datenquellen aus online-Plattformen sind für Forscher daher, gerade weil sie nicht zu Forschungszwecken erhoben wurden, von besonderer Güte.

Prof. Dr. Christina Hoon, JProf. Dr. Kai Bormann, Michael Graffius, Christopher Hansen und Jana Bövers nutzen nun solche Datenquellen, bei der Arbeitgeber von Mitarbeitern (freiwillig) bewertet werden, um daran Forschungsfragen zu stellen, die die Bewerter definitiv nicht mit im Blick gehabt haben.

Folgende Ziele werden mit dieser Studie verfolgt:
(1) Erkenntnisse über die Arbeitgeberattraktivität von Familienunternehmen zu gewinnen
(2) die Arbeitsgeberattraktivität von Nicht-Familienunternehmen mit Familienunternehmen zu vergleichen
(3) die Einflüsse der Unternehmerfamilie auf die Attraktivität von Familienunternehmen zu verstehen
(4) die Heterogenität zu erklären
(5) praktische Implikationen zur Rekrutierung von Mitarbeitern in Familienunternehmen herauszuarbeiten
(6) methodische Weiterentwicklung der Analyse von großen Datensätzen durch den Einsatz von Textminingverfahren.

Die EQUA-Stiftung unterstützt dieses Forschungsprojekt, indem sie den fünf Forschern Stipendien gewährt.

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