Warum gründen Unternehmer eine Unternehmensstiftung?

Impulsvortrag von Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert auf dem Interdisziplinären Workshop für Wissenschaft und Praxis zu Stiftungsunternehmen,
TU München, 26. - 27. November 2015

Die Wirtschaftspresse beschreibt Stiftungsunternehmen bisweilen als „gute Kapitalisten“, die auf Kontinuität setzen und gemeinwohlorientiert handeln. Andererseits ist aber auch von mangelnder Unternehmenskontrolle und Wildwuchs die Rede. Die Wissenschaft stellt bisher wenig belastbares Material über Stiftungsunternehmen zur Verfügung, um diese Behauptungen zu verifizieren. Der Workshop sollte und wollte ein Anfang sein.

Ausgehend von der Wahrnehmung, dass viele Berater bei schwierigen Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen die Gründung einer Stiftung als Lösung empfehlen, stellte Frau Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert in ihrem Impulsvortrag vier sehr unterschiedliche Cases vor. Daran zeigte sie, dass Unternehmer ihr Unternehmen oft aus ganz anderen Gründen in eine Stiftung einbringen. Zunächst legte sie die vordergründigen und offensichtlichen Motivationen offen, deckte dann aber auch verborgene und unausgesprochene auf. Im Anschluss ging sie der Frage nach, inwiefern die Stiftungsgründungen diese offenen und verdeckten Ziele dann tatsächlich erreichten. Daraus leitete sie die Forschungsfrage ab, unter welchen Bedingungen eine Stiftungslösung die Ziele des Gründers realisiert und in welchen Fällen diese sogar konterkariert werden. Diese Forschungsfrage könnte zunächst durch eine qualitative Studie bearbeitet werden, die dann im Anschluss durch eine quantitative Studie evaluiert werden sollte.

 

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