Das Dilemma der Nachhaltigkeit in Familienunternehmen
Impulsvortrag von Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert auf der Tagung für Familienunternehmen der SRH Heidelberg (Campus Calw) und IHK Nordschwarzwald in Pforzheim, 19. Oktober 2017

Nachhaltigkeit ist heutzutage in aller Munde. Entsprechend wird von unserer Gesellschaft gefordert, dass Produkte nachhaltig hergestellt und Unternehmen nachhaltig organisiert sein müssen. Und so gibt es auch fast kein Unternehmen mehr ohne ein starkes Commitment zur Nachhaltigkeit. Sogar Unternehmen, die nachweislich alles andere als nachhaltig agieren, schreiben sich beispielsweise „Gemeinsam Richtung Nachhaltigkeit“ auf die Fahnen(*).

Doch was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit? Was ist konkret darunter zu verstehen? Welche Aspekte sind zu berücksichtigen? Und was bedeutet Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Familienunternehmen? Wie können Familienunternehmen wirklich nachhaltig agieren und trotzdem oder gerade deshalb profitabel sein?
Diesen Fragen ging Frau Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert nach.
Nachdem sie zunächst eine Begriffsklärung vornahm, dann eine Definition wagte, stellte sie verschiedene bekannte Nachhaltigkeitsmodelle vor. Im Anschlus daran entwickelte sie ein eigenes Modell, bei dem sie die allgültige Würde des Menschen ins Zentrum stellte. Vom Abstrakten über das Theoretische führte sie zum Konkreten und stellte in der Realität ein häufiges und unausweichliches Dilemma beim Versuch nachhaltig zu handeln fest.

Damit setzte sie den Impuls für den nachfolgenden Workshop, bei dem zu Beginn der Unternehmer Wolfgang Schmalz anschaulich zeigte, wie er und seine Firma mit dem Dilemma der Nachhaltigkeit umgehen. Daran schloss sich eine rege Diskussion der Teilnehmer über ihre eigenen Herausforderungen in Bezug auf nachhaltiges Handeln an.

 

Nachhaltigkeit in Familienunternehmen

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(*) Wenn man diesen Satz genau analysiert, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass dieses Unternehmen durch das Wort „gemeinsam“ die Verantwortung einerseits indirekt auf die Kunden, die Lieferanten etc. abwälzt und andererseits (ebenfalls indirekt) zugibt, dass es ganz und gar nicht nachhaltig agiert, sondern sich nur in „Richtung“ Nachhaltigkeit bewegt – und das nur, wenn die anderen Stakeholder mitmachen.