Gesellschafter-Relation-Pflege als Aufgabe von Familienunternehmen (Arbeitstitel)
Machbarkeitsstudie der HAWK (Professur für Familienunternehmen) unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Kolbeck und Dr. Rob Wiechern

Für alle Familienunternehmen mit einem größeren Gesellschafterkreis, bei dem nicht (mehr) alle Gesellschafter im eigenen Unternehmen operativ tätig sind, ist es wichtig, dass diese Eigentümer über Gesellschafterkompetenz verfügen. Nur dann können sie verantwortungsvoll handeln, der Geschäftsführung die Richtung vorgeben und diese kontrollieren. Unqualifizierte und uninformierte Gesellschafter erhöhen hingegen die Wahrscheinlichkeit strategischer Fehlentscheidungen oder laufen Gefahr, das Interesse am Unternehmen gänzlich zu verlieren.

Obwohl den meisten Verantwortlichen durchaus bewusst ist, dass Gesellschafterkompetenz u.a. eine wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Unternehmenserfolg ist, bleibt es bisher in der Regel den Gesellschaftern selbst überlassen, sich um eine entsprechende Qualifizierung zu kümmern.

Mit diesem von der EQUA-Stiftung ab 1.1.2016 unterstützen Forschungsprojekt soll geprüft werden, inwieweit es möglicherweise sinnvoller wäre, den (Familien-) Unternehmen und nicht den (Unternehmer-) Familien die Verantwortung für die Gesellschafterkompetenzentwicklung zu übertragen, wie und unter welchen Voraussetzungen dies gelingen könnte und welche Strukturen etabliert werden müssten.

Folgende zentrale Fragen stehen bei der Studie im Mittelpunkt:

  1. Welche Vor- und Nachteile hat es, die aktive Qualifizierung der Gesellschafter sowie die Beziehungsarbeit zu den Gesellschaftern als ureigene Aufgabe der (Familien-) Unternehmen zu begreifen?
  2. Welche Konzepte der Corporate Universities und der Investor Relations von Großkonzernen könnten auf Familienunternehmen übertragen werden? Welche Anpassungen müssen vorgenommen werden, um den besonderen Charakteristika von Familienunternehmen gerecht zu werden?
  3. Wie schätzen Familienunternehmen eine Art regionale <Family Academie> ein, an der sich mehrere Familienunternehmen einer Region bzw. einer Branche beteiligen, um professionelle Personalentwicklung zu betreiben, in deren Rahmen auch die Gesellschafterentwicklung stattfindet. So würde der Austausch zwischen den Unternehmen, den Mitarbeitern und Gesellschaftern von verschiedenen Unternehmen gefördert und durch diese 'Verbundlösung' möglicherweise ein Zusatznutzen generiert.

 

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