CSR in Familienunternehmen: Weniger Symbolpolitik im Vergleich zu Publikumsgesellschaften?
Gemeinschaftsforschungsprojekt der Universität Trier und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre bzw. Wirtschaftswissenschaften unter den Herren Prof. Dr. Jörn Hendrich Block und Prof. Dr. Markus Stiglbauer

Das von der Universität Trier und der Universität Erlangen-Nürnberg auf zwei Jahre angelegte und maßgeblich von der Doktorandin Frau Anna-Lena Kühn, M.Sc. konzipierte Forschungsprojekt ist in vielerlei Hinsicht spannend. Zum einen vergleicht es Familienunternehmen mit Nicht-Familienunternehmen und zum anderen verknüpft es qualitative Fallstudien mit quantitativen Erhebungen. Beides wurde bisher in der einschlägigen Forschung methodisch selten realisiert.
Inhaltlich widmet sich das Projekt folgenden neuen Forschungsfragen:

  • Werden bei Familienunternehmen tatsächlich die unterschiedlichen Stakeholderinteressen (von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Region, Umwelt, etc.) eher und aus einer echten Sozialverantwortung heraus berücksichtigt als bei Nicht-Familienunternehmen, die sich nicht selten dem Vorwurf ausgesetzt sehen, sie würden CSR (Corporate Social Responsibility) nur als Deckmäntelchen zum green washing benutzen?
  • Inwiefern trägt ein solch unterschiedliches Verständnis von CSR zum kurzfristigen und langfristigen Unternehmenserfolg bei?
  • Inwiefern beeinflusst die Eigentümerfamilie (die ja den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Unternehmensformen ausmacht) das Verständnis von CSR maßgeblich?
  • Inwiefern beeinflusst also das CSR-Verständnis der Eigentümerfamilie möglicherweise den Unternehmenserfolg?

Dabei wird sich das Forschungsprojekt mit der Erforschung des Umgangs mit (Unternehmens-)Skandalen befassen. Denn an solch extremen Krisensituationen lassen sich Unterschiede, die möglicherweise auf einem anderen CSR-Verständnis beruhen, gut herauskristallisieren. Auch kann daran möglicherweise aufgezeigt werden, inwieweit dieser unterschiedliche Umgang zu Unternehmenserfolg bzw. -misserfolg beiträgt und inwieweit damit also die Eigentümerfamilie und ihr Verständnis von CSR maßgeblich ist.

 

Familienunternehmen