Konflikte in historischen Familienunternehmen

 

Konflikte in historischen Familienunternehmen

 

   

Mechthild Isenmann, Die Familie - ein Unternehmen. Frühe Familiengesellschaften zwischen Kontinuität und Konflikt, EQUA-Schriftenreihe 11/2011, Verlag: Unternehmer Medien GmbH, Bonn 2011, 62 Seiten, ISBN 978-3-937960-11-1, Preis: € 20,00

 

Diese wirtschaftshistorische Publikation ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, das von der EQUA-Stiftung initiiert und für zwei Jahre gefördert wurde. Nach der EQUA-Anschubfinanzierung übernahm die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) die Förderung. Ziel dieser Untersuchung ist, aus der Vergangenheit zu lernen.

 

Verständlicherweise sind Konflikte in Familiengesellschaften ein großes Tabu-Thema. Wer erzählt schon gern von Zwietracht oder Streit - vor allem, wenn er äußerst emotional und daher hoch eskaliert war oder ist und wenn er durch sein destruktives Potential möglicherweise Familien und Unternehmen zerbrechen bzw. scheitern ließ? Historische Quellen unterliegen in dieser Hinsicht weder der Scham noch eines Tabus. Briefe, Tagebücher, Geschäftsberichte, Testamente, Verträge, Gerichtsakten geben ohne Scheu Auskunft. Ein zweifelloser Vorteil. Doch dies tun sie nur, wenn sie vorhanden und auffindbar sind, denn viele Quellen sind verloren. Ein zweifelloser Nachteil.

 

Mechthild Isenmann spürte und spürt mit detektivischem Gespür in Archiven und Bibliotheken historische Dokumente auf, die darüber Auskunft geben, dass auch in den großen Unternehmungen der Fugger und Welser (u.a.) nicht immer alles glatt lief und dass die Unternehmerfamilien damals mit denselben Problemen kämpften wie heute: ungeeignete Nachfolger, Bruderstreit und vieles mehr. So begegnet uns in den Quellen zwar so manches Befremdliche aber auch allzu Bekanntes. Interessant sind vor allem die damaligen präventiven und reaktiven Handlungsstrategien, mit Konflikten umzugehen, aus denen man möglicherweise im Sinne der Best Practice lernen kann.