Thomas Zellweger/Nadine Kammerlander, Generationsübergreifende Wertsteigerung in Familienunternehmen. Langfriststrategien für Unternehmerfamilien, Heft 25 der Schriftenreihe des Kirsten Baus Instituts für Familienstrategie, Stuttgart 2015, 32 Seiten

Dass Familienunternehmen im Laufe ihrer Geschichte eine Entwicklung durchlaufen und daher ein Gründerunternehmen völlig anders strukturiert ist und sein muss als ein altes Mehrgenerationenfamilienunternehmen ist hinlänglich bekannt. Derselbe Blick auf die dahinterstehende Unternehmerfamilie und deren Veränderung im Laufe von Generationen ist schon seltener. Wenn überhaupt, dann geht es dabei meist um patriarchale contra Stämme- oder Großfamilienstrukturen, um veränderte oder neue Governanceregelungen und andere Institutionen, die ältere Unternehmerfamilien von jungen Gründerfamilien unterscheiden.

Thomas Zellweger und Nadine Kammerlander beleuchten mit vorliegender Publikation nun einen völlig neuen Aspekt in der Familienunternehmensforschung. Sie untersuchen die Veränderungen von Unternehmerfamilien im Laufe ihrer Geschichte aus finanztechnischer Perspektive und entwickeln ein 3-Phasenmodell von der Gründung und Etablierung (1) über Wachstum und Diversifikation (2) hin zu Portfoliobereinigung und selektiver Entwicklung (3). Sie zeigen, dass die Familie in diesen Phasen völlig unterschiedlichen Herausforderungen gerecht werden muss, um ihr/ihre Unternehmen nachhaltig erfolgreich zu halten und eine stetige Wertsteigerung (die eine immer größer werdende Familie ja auch benötigt) zu gewährleisten. Hier geht es nicht nur um veränderte Governancestrukturen, sondern auch um verändertes Know-how und ein verändertes Selbstbild, das sich letztendlich dann im materiellen Erfolg der Familienunternehmung wiederspiegelt.

Diese kleine Publikation, die auf einer größeren Studie von Thomas Zellweger und Nadine Kammerlander (Universität St. Gallen 2015) beruht, sei jeder Unternehmerfamilie empfohlen, die vorhat, die Phase der Gründung und Etablierung eines Unternehmens zu überleben.

Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert

 

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