Markus Plate/ Torsten Groth/ Volker Ackermann/ Arist von Schlippe, Große deutsche Familienunternehmen. Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung, Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, 572 Seiten, ISBN 978-3-525-40338-9

Nein, dieses dicke Buch ist kein weiteres Lexikon der deutschen Familienunternehmen, wie wir sie in den letzten Jahren vermehrt auf dem Verlagsmarkt finden. Dieses Konvolut enthält zwar auch Porträts großer Familienunternehmen, aber es erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit (den es werden nur 50 Unternehmen proträtiert), noch will es die beschriebenen Unternehmen als Muster oder pars pro toto vorstellen. Den Autoren geht es vielmehr darum, gerade die Besonderheiten der vorgestellten Familienunternehmen fein heraus zu ziselieren, um so echte und individuelle Porträts zu zeichnen. Denn die Heterogenität der Unternehmen ist das Spannende an diesem Buch, das nicht nur (sowieso schon überall veröffentlichte) Fakten enthält. Hier erfährt der Leser Wissenswertes über die dahinterstehende Unternehmerfamilie, die ja die Basis für das Unternehmen darstellt, und deshalb über außergewöhnliche Persönlichkeiten, spezielle Fähigkeiten, verborgene (Familien-) Strukturen, zufällige (?) Ereignisse und unkonventionelle Entscheidungen, die die Unternehmen jeweils zu dem machten, was sie heute sind. Würden diese individuellen Porträts einfach nebeneinanderstehen, so wäre das Buch schon ein besonderer Schatz des Wissens. Doch wäre der Leser mit der Interpretation der Vielfalt etwas allein gelassen. Durch die langen Aufsätze am Beginn und Ende bieten die Autoren aber die Möglichkeit, die Einzelporträts in einem Gesamtzusammenhang zu sehen und damit trotz ihrer heterogenen Ausprägung zu verstehen.

Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert

 

Große deutsche Familienunternehmen © DRUCKVERSION