Arist von Schlippe/ Torsten Groth/ Tom Rüsen: Die beiden Seiten der Unternehmerfamilie. Familienstrategie über Generationen, V&R: Göttingen 2017, ISBN 978-3-525-40381-5, 320 Seiten

Gleich im Vorwort wird die entscheidende Frage gestellt, auf die dieses Buch Antworten sucht: „Wie gelingt es, ein Unternehmen strategisch erfolgreich am Markt zu positionieren, das Vermögen zu mehren und zugleich dafür zu sorgen, dass die Familie friedlich und glücklich zusammenlebt und nicht an den Aufgaben, oder auch an Neid, Missgunst und Streit zerbricht?“

Im Buch findet sich zum einen die Beschreibung eines Forschungsprojekts, bei dem die Autoren große, alte und erfolgreiche Unternehmerfamilien mehrere Jahre begleiteten, um herauszufinden, wie sie über Generationen hinweg gelernt haben, die Familienbedürfnissen und Unternehmensbedürfnisse geschickt zu balancieren. Zum zweiten gibt es kleine Fallvignetten, die dazu dienen, exemplarisch am konkreten Beispiel zu zeigen, dass es „Lösungen [gibt], die [erst Recht] Probleme schaffen“. Zum dritten wird eine Theorie der Unternehmerfamilie vorgestellt, die eine Adaption der bekannten Wittener Theorie des Familienunternehmens darstellt. Zum vierten werden familienstrategische Kernfragen angesprochen, die fünftens sehr praxisbezogen zu Handlungsimplikationen führen.

Auch wenn das Buch ein wenig in seine Einzelteile zerfällt, ist es nicht nur lesenswert, sondern für alle Forscher, Berater und Unternehmer wirklich hilfreich, weil es viel fundiertes Wissen enthält und zusammenfasst. Ich schließe mich Prof. Dr. Thomas Zellweger (Klappentext) an: „ein Must-have in jeder Bibliothek zu Familienunternehmen“.

Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert