Kirsten Baus/ Amelie Fritsch, Fairness in Unternehmerfamilien. Überlegungen zu einem schwierigen Begriff, Heft 18 der Schriftenreihe des Kirsten Baus Instituts für Familienstrategie, Eigenverlag: Stuttgart 2012, 33 Seiten

Auch mit diesem Heft widmet sich Kirsten Baus und ihre Co-Autorin wieder einem für Unternehmerfamilien zentralen Begriff: der Fairness. Dabei wird gut herausgearbeitet, dass es nicht um eine Gerechtigkeit gehen kann, die (in unserer Gesellschaft in der Regel) mit Gleichheit im Ergebnis gleichgesetzt wird, sondern um Fairness im Sinne von Verfahrensgerechtigkeit.
Was Baus/ Fritsch damit meinen, möchte ich an folgendem einfachen Beispiel illustrieren: Kein Fußballfan wird ein Spiel als fair bezeichnen, nur weil ein ausgeglichenes Ergebnis also ein Unentschieden am Ende das Resultat ist, wenn dieses aufgrund fiesester Fouls und mutwilliger Verletzungen der ‚Gegner‘ zustande kam. Vielmehr kann das Ergebnis durchaus ein 3:0 sein, und das Spiel (und letztlich auch das Ergebnis) als fair empfunden werden. Bedingung ist allerdings, dass sich die Spieler an die Regeln halten und sich bei etwaigen Regelverletzungen, die im Eifer schon mal passieren können, entschuldigen und sich den ‚Gegnern‘ gegenüber respektvoll verhalten.

Doch was ist in einer Unternehmerfamilie fair? Auch wenn der Begriff Fairness scheinbar so dehnbar und unpräzise ist, dass niemand allgemeingültig definieren kann, was damit gemeint ist, gelingt es den beiden Autorinnen schlüssig zu zeigen, dass Fairness in Unternehmerfamilien auf Kommunikation, Transparenz und Partizipation an der Regelerstellung basiert. Damit hat auch dieses Heft wieder große praktische Relevanz.

Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert

 

Fairness in Unternehmerfamilien © DRUCKVERSION