Weshalb machen Unternehmerfamilien eine Stiftung zur Eigentümerin des eigenen Unternehmens? Analyse der Motivationen an vier Fallbeispielen
Aufsatz von Dr. Rena Haftlmeier-Seiffert,
in: Ann-Kristin Achleitner/ Jörn Block/ Rupert Graf Strachwitz (Hrsg.), Stiftungsunternehmen: Theorie und Praxis. Grundlagen, Perspektiven, Fallbeispiele, SpringerGabler: Wiesbaden 2018, S. 165-178

Es gibt einige klischeehafte Vorstellungen darüber, warum Unternehmer(-familien) eine Stiftung gründen und zur Eigentümerin ihres Unternehmens machen. Um diese zu überprüfen, wurden vier sehr unterschiedliche Cases genau analysiert. Die Untersuchung zeigt, dass hier zum Teil ganz andere Motivationen vorhanden sind, als gemeinhin angenommen. Dabei gibt es offensichtlich nicht nur die augenscheinlichen und offen kommunizierten Gründe, sondern in der Regel auch verdeckte – mögen diese nun bewusst verborgen worden oder unbewusst und unreflektiert vorhanden sein. In einem letzten Schritt wurden die vier Fallbeispiele daraufhin untersucht, ob die von den Stiftern (Stifterfamilien) verfolgten Ziele mit der Stiftungslösung tatsächlich erfüllt wurden. Die Analyse zeigt, dass dies nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen der Fall ist.

Als Ergebnis kann folgende Forschungsthese formuliert werden, die durch weitere qualitative und quantitative Studien zu evaluieren wäre: Unternehmensstiftungen erfüllen vor allem dann die Stifterziele, wenn die (vorher) vorhandenen Unternehmens- und Familienstrukturen intakt sind; Unternehmensstiftungen erfüllen vor allem dann die Stifterziele nicht, wenn komplexe und konfliktäre Familiensituationen und auch problematische Protagonisten eine familieninterne Unternehmensnachfolge verkomplizieren und erschweren und deshalb eine Stiftungslösung gewählt wird.

 

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