Leverage-Effekt

Unter Leverage wird die Hebelwirkung verstanden, wenn z. B. die Zinsen von aufgenommenem Fremdkapital günstiger sind als die rechnerische Verzinsung des Eigenkapitals und sich damit bei zunehmendem Verschuldungsgrad durch die Differenz der beiden Zinssätze die Rendite des Eigenkapitals erhöht.

 

Fallbeispiel:
Herr Vorsicht besitzt Kapital i.H. von ◊ 100 und kauft dafür eine Wohnung, für die er jährlich ◊ 10 Miete erhält. Damit verzinst sich sein eingesetztes Kapital mit 10% p.a.
Frau Wagt besitzt ebenfalls ◊ 100 eigenes Kapital und kauft zwei Wohnungen für ◊ 200 (je ◊ 100). Sie finanziert diese zur Hälfte mit eigenem Geld und verschuldet sich für den Rest (◊ 100) bei einer Bank, wofür sie 5% Zins p.a. (= ◊ 5) bezahlt. Frau Wagt erhält aus ihren zwei Wohnungen ◊ 20 Jahresmiete (◊ 10 + ◊ 10) und muss ◊ 5 an die Bank als Zinsen bezahlen. Für sie bleiben also ◊ 15 jährlich. Damit hat sich ihr eigenes Kapital mit 15% p.a. verzinst, während Herr Vorsicht nur eine Verzinsung von 10% p.a. erhält.

◊ = Geldeinheit

 

Allerdings dreht sich der Effekt natürlich um, wenn die Konditionen für das Fremdkapital höher sind als die Eigenkapitalverzinsung, wenn also beispielsweise die Bankzinsen steigen und/oder die Eigenkapitalrendite fällt. Außerdem droht in einem solchen Falle durch die höhere Fremdkapitalquote schneller eine Überschuldung (→ Unternehmensfinanzierung).

 

Weiterführende Literatur:

 

Leverage Effekt © DRUCKVERSION